Das Modell der historischen englischen Brigantine, die im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zum Einsatz kam, faszinierte mich aufgrund der komplett natürlichen Baumaterialien – keine Kunststoffteile, alles aus Holz, Messing, Hanf und Stoff. Es ist im Maßstab 1:150 ca. 52 mm lang. Da ich Modellbauanfänger war, kam mir der eine Stern im Katalog von Graupner (1 Stern = einfach) sehr entgegen. Doch ich hatte genug zu kämpfen und habe des öfteren aus Frust eine lange Pause eingelegt – die längste war 2 Jahre. Doch nach 4 Jahren (Bauphasen nur im Winter, im Sommer wurde alles eingemottet) ist das Exemplar nun im selbstgebauten Glasschaukasten zu bewundern.
Damals noch ohne Digitalkamera und mit „Automatikblitz“ mit Fehlfunktion wurden einige Phasen der Entstehung festgehalten: Das war wirklich einfach: kein Aussägen, sondern Ausstanzen
Vor dem Beplanken war alles noch entspannend.
Bis hierhin war es ein weiter Weg: Das Beplanken des Rumpfes hätte ich mir einfacher vorgestellt. Zu Verbiegen waren die Planken nur, nachdem sie in Wasser eingeweicht worden sind, der Klebstoff klebte jedoch nicht in Verbindung mit Wasser ... (Abhilfe: Festnageln ohne Kleber, Trockenfönen, dann kleben).
Die niedlichen Deckaufbauten haben am meisten Spaß gemacht
Für das Abrunden der Masten hatte ich offensichtlich nicht das richtige Werkzeug (nur Schleifpapier und Hände), so daß ich hiervor die 2-Jahres-Pause einlegte.
Die Takelage ist richtig etwas für Tüftler. Mit viel Geduld und der Fähigkeit, mit zwei Pinzetten einen Knoten zu machen, ist auch dieses Werk vollbracht worden. Jetzt waren ruhige Stunden jenseits des Modells angesagt: Das Umsäumen und Besticken der 12 Segel.
Die Vertakelung der Segel war mindestens noch einmal so aufwendig, wie die Phase ohne Segel und ich dachte, bald sehe ich das Schiff vor lauter Fäden nicht mehr.
Doch gerade aufgrund der vielen Segel finde ich das Modell so schön und ich habe tapfer durchhalten.